Wartezeit oder Mensch ärgere Dich nicht
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Wartezeit oder Mensch ärgere Dich nicht

Warten auf Godot – warten auf Freitag – warten, dass der Sturm vorüberzieht –  alles nimmt ein gutes Ende für den der warten kann – jetzt tun wir erstmal nichts und warten ab – warten bis man schwarz wird – das warten hat sich gelohnt

Wieviel Zeit wir im Durchschnitt mit warten verbringen?

Wusstest Du, dass die Wartezeit, die wir im Laufe unseres Lebens absolvieren, sich auf stolze fünf Jahre summiert, wie das Kulturamt der Stadt Fürth mitteilt. Laut einer Hochrechnung verbringt man über zwei Wochen seines Autofahrerlebens damit, auf Grün zu warten. Eine beängstigende Statistik zu Wartezeiten hat http://www.kalender-uhrzeit.de veröffentlicht.

infografik-wartezeiten

Wollen wir tatsächlich 156 Stunden vor dem PC oder 38 Stunden im Stau im Jahr missmutig, wütend oder verärgert verbringen?

Ob beim Anstellen an Supermarktkassen, an Bushaltestellen, auf Bahnhöfen, im Wartezimmer von Ärzten, in den Stuben von Ämtern, ja, selbst im Auto vor roten Ampeln – wir mögen es nicht!

Erzwungene Wartezeiten sind unliebsame Hindernisse

Erzwungene Wartezeiten sind unangenehme Hindernisse in unserem Tagesablauf. Es fühlt sich an, als würde ich an einem Parcours teilnehmen – jede Wartezeit eine neue Herausforderung – ein unüberwindliches Hinderniss auf meinem Weg bedrohlich wie eine Betonmauer oder eine verschlossene Tür ohne Schlüssel –  und es löst auch noch ein Gefühl der Ohnmacht, des ausgeliefert sein aus.

Es fühlt sich an, als könnte ich nichts dazu beitragen, diesen Zustand zu ändern, außer ich glaube wie die Kinder an magische Fähigkeiten und übersinnliche Wesen.

Unsere Kinder standen immer an Ampeln und Bushaltestellen und haben  Zaubersprüche, wie “Hex hex” oder Simsalabim vor sich hergesagt.

Eine andere Variante wäre, mit der Kompetenz der Geduld geboren zu sein, wie wohl die Bewohner Madagaskas, wo wir 12 Stunden auf den Zug gewartet haben und keiner dabei ungeduldig oder verärgert  reagierte.

In Afrika hatten wir ebenfalls, nach einer gewissen Gewöhnungszeit einen entspannten und interessanten Tag auf dem Bahnsteig eines kleinen Dorfes, doch so leicht will das hier bei Zugverspätungen, Staus oder Supermarktschlangen nicht gelingen.

Wartenzeiten sind wie verschlossene Tür

Wir fühlen uns wütend oder ohnmächtig wie vor einem unüberwindlichen Eisentor mit einem defekten Schloss, am liebsten würden in hilfloser Wut gegen die Tür hämmern  oder wir fühlen uns wie Joseph und Maria, die auf der Suche nach einer Herberge überall vor verschlossen Türen standen.

Der Schlüssel für die verschlossene Türen

“Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.”  Alexander Macintosh

 

Eine  Tür ist ein Element des Übergangs zwischen zwei Welten dem Innen und dem Außen, dem Bekannten und dem Unbekannten.

Vor der verschlossenen Tür haben wir die Wahl:

  • wir fühlen uns wütend, verärgert oder ohnmächtig die gesamte Zeit
  • wir sind wütend, dass uns die Tür vor der Nase zu geschlagen wurde und danach fangen wir an den magischen Schlüssel für die Tür zu suchen

Was erwartet uns dann?

Nachdem wir uns beruhigt haben, entsteht erst ein mal Langeweile und aus Langeweile entsteht Kreativität.

Wir haben einen Moment der Pause geschenkt bekommen und können sie jetzt selbstbestimmt nutzen. Wir können die Welt auf uns wirken lassen, träumen, nachdenken, schauen oder wir erstellen unsere persönliche Erfolgsliste dieses Tages – ein magisches Instrument für Entspannung und gute Laune. Diese gute Laune können wir gleich verwenden, uns vorzustellen, das der Rest des Tages perfekt verläuft.

So haben wir eine angenehme Zeit verbracht, die Tür wird sich öffnen, die Wartezeit ist vorbei.

Es funktioniert. Seitdem ich Wartezeiten als eine geschenkte Pause wahrnehme, stehe ich nur noch selten in einer Schlange im Supermarkt und wenn, dann stört es mich nicht, ich weiss ja was ich tun kann in dieser Pause – mich entspannen.

Bereits Seneca gesagt:

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Hast Du einen interessanten Tip um Wartezeiten zu verkürzen?

Einen wundervollen Tag

Birgit

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